Viel zu lachen gab es bei der Vernissage der Künstlergruppe im Rathaus. Die Ausstellung ist eröffnet, die Alois-Hauser-Dokumentation und Werke der maler sind zu erwerben.
Die Künstlergruppe der „burladinger maler“ eröffnete ihre 45. Jahresausstellung im Rathaus der Stadt. 80 Besucherinnen und Besucher wohnten ihr bei. 21 Mitglieder der Gruppe stellen ihre Werke bis Januar aus.
Im Mittelpunkt stand nochmals Alois Hauser, dem die maler im April dieses Jahres eine Rückschau widmeten (wir berichteten). Aus dieser Rückschau hervorgegangen ist eine 44 Seiten starke, bebilderte Dokumentation, die an diesem Morgen präsentiert wurde.
Weshalb ist sie entstanden? maler-Präsident Wolfgang Bastian erläuterte es: Damit der geniale Restaurator, Sohn der Stadt Burladingen (1831-1909) – er war überwiegend in der Alten Pinakothek München beschäftigt und rettete Werke der Weltkunst – in seiner Heimatgemeinde nicht der Vergessenheit anheimfällt.
Schon im April wurde ein KI-Clip gezeigt, in dem der Restaurator leibhaftig zu den Gästen sprach. Dieses Mal unterhielt sich Bastian sogar mit ihm, führte, sozusagen per Videokonferenz, ein Interview. Hauser zeigte sich gerührt und geehrt über das Interesse, das ihm zuteil wurde. Auf Ehrbezeugungen legte er keinen Wert: „Ich bin für dich der Alois“, sagte er zu Bastian, den er als einen Burladinger Künstlerkameraden ansieht.
Bürgermeister (BM) Davide Licht sprach Hauser anschließend ebenfalls mit Vornahmen an. Doch dagegen verwehrte sich der Restaurator: „Für Sie bitte Herr Professor Hauser!“ – so beharrte er auf die Konvention. Großes Gelächter im Saal.
Licht nahm’s nicht krumm. Er bezeugte Hauser seine Wertschätzung genauso wie er es gegenüber Künstlergruppe und Friedemann Mutschler, dem vormaligen Filialdirektor der Kreissparkasse Burladingen, tat. Sie hatten die Rückschau im April und die nun vorliegende Dokumentation ins Leben gerufen. „Ich bin stolz auf ein solches ehrenamtliches Engagement“, sagte das Stadtoberhaupt.
Wie Licht anschließend gegenüber unserer Zeitung ausführte, werde in Burladingen Kunst und Kultur geschaffen und gepflegt. Dabei hatte er die maler-Ausstellungen ebenso im Blick wie jüngst erschienene Festschriften, die von der Jugendmusikschule veranstalteten hochwertigen Konzerte oder auch das Fasnetsspiel. „Das sind hochwertige Dinge, die alle für ein kleines Budget und aus privater Initiative heraus verwirklicht werden. In wie vielen Gemeinden gibt es so etwas?“
Friedemann Mutschler hatte zwei historische Fotografien von Alois Hauser und seiner Frau Elisabeth mitgebracht. Sie waren ihm aus dem Familienbesitz der Hausers überlassen worden. Er übergab sie am Sonntag an Wolfgang Bastian. Der reichte sie jedoch umgehend mitsamt weiteren Materialien und Archivalien an das Stadtarchiv in Person des Bürgermeisters weiter. „Damit sie sicher verwahrt für die weitere Hauser-Forschung der Nachwelt dauerhaft zur Verfügung stehen“, wie er erklärte.
Zum Kauf und zur Verfügung stehen, dies vergass er nicht zu betonen, die Werke der 21 Künstler, die jetzt auf drei Ebenen im Rathaus ausgestellt sind. Bastian wollte nicht auf einzelne Bilder eingehen. „Sie sprechen für sich selbst, schauen Sie sie sich an“, lud er das Publikum ein. Das taten die Anwesenenden anschließend gerne.
Wie immer bietet die Werkschau eine Fülle völlig unterschiedlicher Techniken und Stile: farbenfroh, einfallsreich, teils witzig. Die Vielfalt liegt unzweifelhaft an der kunterbunten Mischung der Künstlergruppe, die ausgewiesene Könner ebenso beherbergt wie solche, die sich noch unbekümmert entwickeln. Sehenswert sind sie alle, ob von Hanna Bastian, Edith Lautenschlager, Wolfgang Brix oder Norsica Bentivegna oder die Fotos von Wolfgang Kuster, um nur wenige der bekannteren Namen zu nennen. Es dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Unbedingt ansehen!
Info: Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Burladinger Rathauses bis 16. Januar zu sehen. Die Alois-Hauser-Dokumentation erhält man bei den malern oder von der Stadtverwaltung für 10 Euro das Stück. Einige Exemplare werden an regionale Archive verschickt, etwa an das Kreisarchiv. Zwei davon gehen an die Alte Pinakothek München. Auf eine mögliche Rückmeldung von dort ist man gespannt.
Matthias Badura, HZ, 24.11.2025





























